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Es werden Posts vom Mai, 2014 angezeigt.

A Million Ways To Die In The West – Seth MacFarlanes Hommage und Abgesang an den Western

Ich habe gelacht! Ja, ich kann es nicht leugnen, ich habe einige Male laut auflachen müssen in diesem Machwerk des US-amerikanischen Schauspielers, Synchronsprechers, Drehbuchautors, Komikers, Filmproduzenten, Regisseurs und Sängers Seth MacFarlane (*1973). Doch ist das Lachen an manchen Stellen – und das bezog sich tatsächlich wie ich im Vorhinein befürchtet hatte, leider nur auf die bereits aus den Trailern bekannten Szenen, über die ich dann trotzdem noch einmal herzlich lachen konnte (sic!) – bereits ein Indiz für einen gelungenen Film? Nein, leider ist es das nicht. 
Dabei hat sich der Macher von Ted (2012) doch solche Mühe gegeben. Und dieser Ted hatte bereits die Gemüter und Geschmäcker gespalten – ich gehörte wohl eher zu der Fraktion, die danach das Geld für die Kinokarte wiederhaben wollten und sich schworen, nie wieder in einen Film dieses MacFarlane zu gehen … Was mich allerdings wieder ins Kino getrieben hatte, war die Liebe zum Western als Filmgenre, obwohl mir eigentlic…

X-Men: Days Of Future Past – Von der Verantwortung für die Zukunft aus der Vergangenheit

Zugegeben, die Trailer, die Werbekampagne und die Aussicht, zwei meiner absoluten Lieblingsschauspieler, nämlich Patrick Stewart (*1940) und Sir Ian McKellen (*1939) wieder einmal vereint in Aktion zu erleben, hatten mich ziemlich heiß gemacht auf den neuen X-Men-Streifen, so heiß sogar, dass ich mir prompt eine Karte für die Vorpremiere besorgte. Und obwohl ich mir fest vorgenommen hatte, ohne allzu große Erwartungen ins Kino zu gehen, gelang mir das nicht wirklich; immerhin ist es der nunmehr siebte (sic!) Film, der sich innerhalb der X-Men-Reihe („X-Men“ (2000), X-Men 2“ (2003), „X-Men: Der letzte Widerstand“ (2006), „X-Men: Erste Entscheidung“ (2011)) – oder sollte ich sagen, des X-Men-Franchises? – auf der großen Leinwand präsentiert, oder der Fünfte, wenn man die Spin-offs „X-Men Origins: Wolverine“ (2009) und „Wolverine: Weg des Kriegers“ (2013) nicht mitzählen mag, aber in die ewige Diskussion um die Spin-offs möchte ich hier nun nicht einsteigen.
Doch wie fängt man am besten …

Godzilla – ゴジラ – und die Arroganz der Menschen – Gareth Edwards zweite große Regiearbeit

Bigger, Better, Faster, More!“ möchte man gemeinsam mit einer einstigen US-amerikanischen Alternative-Rockband der 1990er Jahre aus San Francisco ausrufen, nachdem man sich im Kino den neuen Godzilla-Film angesehen hat. Größer, besser, schneller, mehr! Doch was mich immer am meisten interessiert, wenn ich einen Film sehe, sind nicht die Effekte und die Hascherei danach, also nicht das Größer, Besser, Schneller, sondern viel eher das Mehr! Und danach sucht man hier vergebens. Leider.


Warum ist das so? Zum einen liegt das wohl im Stoff begründet. „Godzilla“ ist der mittlerweile dreißigste Film (sic!) in fünfzig Jahren. Man möchte also meinen, dass das Thema doch ziemlich ausgereizt ist. Dabei handelt es sich um ein fünfzig bis einhundert Meter großes japanisches Filmmonster (怪獣 (Kaijū)), einer ursprünglichen Planung zufolge eine Mischung aus Gorilla und Wal, was zumindest eine - nie offiziell bestätigte - Erklärung für den japanischen Namen ゴジラ (Gojira) wäre (ゴリラ (Gorira) = Gor…

Transcendence – Eine neue Gotteserfahrung? - Wally Pfisters theologisches Regiedebüt

„Sie wollen also einen Gott erschaffen?“ -  „Tun wir das nicht alle?“  (Transcendence, 2014) 
Transzendenz ist etwas zutiefst Göttliches. Glaubt man den Lexika, so stammt das Wort aus dem Lateinischen: „transcendentia“ bedeutet dort „das Übersteigen“. „Als transzendent gilt, was außerhalb oder jenseits eines Bereiches möglicher Erfahrung, insbesondere des Bereiches der normalen Sinneswahrnehmung, liegt und nicht von ihm abhängig ist“, so definiert ein entsprechender Wikipedia-Artikel das Phänomen.

Die Theologie erklärt den Begriff unter Zuhilfenahme der Bibel als das, was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat (vgl. 1 Kor 2,9: „Nein, wir verkündigen, wie es in der Schrift heißt, was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat, was keinem Menschen in den Sinn gekommen ist: das Große, das Gott denen bereitet hat, die ihn lieben.“). Der KirchenvaterAugustinus (354–430) erklärt in diesem Zusammenhang Gott als etwas, was jede veränderliche Kreatur „übersteigt“ (transcendat). Demnach ist Gott …

Battle im Himmel - Das faust'sche Vorspiel im Himmel einmal anders!

Manchmal erlebt man selbst in meinem Beruf echt noch wunderbare Dinge, die solchen Spaß machen, dass man sie unbedingt seiner Mitwelt mitteilen muss. So auch hier. Im Rahmen einer Religionsstunde in der 12. Klasse unserer FOS Metall/Metalltechnik (Fachoberschule) in Höhr-Grenzhausen ging es darum, wie biblische Geschichten und Erzählungen sehr häufig als Vorlage für literarische Produkte oder Filme dienen.

In diesem Kontext besprachen wir auch die Einleitung zum Buch Hiob und die wohl berühmteste Umsetzung dieses Stoffes in Johann Wolfgang von Goethes (1749-1832) Faust I, genauer im "Prolog im Himmel". Als Aufgabe sollten nun die Kursteilnehmer selbst auf möglichst originelle Art und Weise den biblischen Stoff umsetzen. Eine Lösung dieser Aufgabe war so überwältigend und toll, dass ich sie hier einfach veröffentlichen muss, wenn auch die beiden SchülerInnen, die die geistigen Urheber dieser Version sind, nicht namentlich genannt werden möchten, was ich natürlich respektiere. …