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Es werden Posts vom Juni, 2014 angezeigt.

„Lächerlich, absurd, detailmanisch“ – Sibylle Lewitscharoff las in Bad Ems

Sie waren mit großen Erwartungen nach Bad Ems gekommen, eine kleine verschworene Gruppe, die zum größten Teil aus Senioren bestand. Und vielleicht war genau das bereits ihr erster Fehler, nämlich dass sie überhaupt Erwartungen gehabt hatten. Verständlich war es allemal, denn es hatte sie ein großer Name in die Stadt an der Lahn gelockt, Sibylle Lewitscharoff (*1954; => Verlagsseite), eine mehrfach preisgekrönte deutschsprachige Gegenwartsautorin, die im letzten Jahr sogar den Georg-Büchner-Preis (=> Homepage) erhalten hatte, wovon Prof. Dr. Georg Langenhorst (*1962; => Homepage), der Moderator des Abends, behauptete, dass es kein Zufall, sondern absolut verdient gewesen sei. Doch was dann folgte, war gelinde gesagt, eine Enttäuschung. 
Unter dem Titel „Neues von der Gottsucherbande: Spiegelungen von Religion im Werk von Sibylle Lewitscharoff (Georg-Büchner-Preisträgerin 2013)“ hatten die Bistümer Limburg, Trier und Mainz – im übrigen eine außerordentliche Kooperation – im Rahm…

„It's not my cup of tea!“ – Sibylle Lewitscharoff im Gespräch mit Georg Langenhorst (Bad Ems)

Am 12. Juni 2014 fand im Künstlerhaus Schloss Balmoral (=> Homepage) in der Lahnstadt Bad Ems (=> Homepage) eine kommentierte Lesung der Büchner-Preisträgerin Sibylle Lewitscharoff (*1954) statt. Die Lesung wurde um ein Gespräch mit dem Religionsdidaktiker Georg Langenhorst (*1962, => Homepage) von der Universität Augsburg ergänzt und später dann wurde dem Auditorium Gelegenheit gegeben, eigene Fragen an die Autorin zu stellen.  Im Folgenden wird dieses Gespräch über die Lesung hier dokumentiert und möglichst originalgetreu wiedergegeben. Der Text ist, wo nötig, behutsam sprachlich gestrafft und leicht gekürzt worden, um eine bessere Lesbarkeit zu erreichen, sowie in drei Gesprächsteile gegliedert worden. Wo eine zum Verständnis nähere Erläuterung oder eine Anmerkung notwendig wurde, ist sie in Klammern direkt hinter den Sachverhalt kursiv gesetzt. Desweiteren enthält der Text eine Menge Hyperlinks, die den interessierten Leser auf weitere Seiten und Quellen verweisen, und so …

„Weil es die wahre Liebe nicht gibt!“ – Maleficent – die dunkle Fee

Zum Weinen schön! Diese kurze, prägnante, emotionale Formulierung bringt den neuen Disneyfilm „Maleficent“ des US-amerikanischen Visual-Effects-Supervisors und Szenenbildners Robert Stromberg, der mit „Die dunkle Fee“ sein Debüt als Filmregisseur gibt, wohl am treffendsten auf den Punkt. Linda Woolverton ist hier ein ganz außergewöhnliches Drehbuch gelungen, und vor allem der Hauptdarstellerin Angelina Jolie (*1975), die nach einer fast vierjährigen Pause erstmals wieder auf der Leinwand zu sehen ist – Salt und The Tourist waren 2010 im Kino zu sehen –, ist es wohl zu verdanken, dass die filmische Umsetzung wirklich wunderschön, elegisch, zauberhaft, anrührend, psychedelisch, und doch – auch ein bisschen, ein ganz klein wenig kafkaesk geraten ist.
Der Film vermischt die ohnehin verwandten Genres Fantasy und Märchen zu einem glänzend mundenden Cocktail, bei dem angefangen von dem sehr gut entwickelten Plot über die Farben, das Licht, die Bilder, die Metaphorik und die Stimmung einfach a…