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Es werden Posts vom Dezember, 2014 angezeigt.

Gottes Zorn im trotzigen Kind – Ridley Scotts Bibelfilm Exodus: Götter und Könige

In der vergangenen Woche hörte ich morgens im Radio einen interessanten Kommentar zu dem Film, zu dem ich hier einige Dinge äußern möchte. Er lautete: „Moses wird von Batman gespielt.“ Gemünzt war dieser Spruch natürlich auf den Schauspieler Christian Bale (*1974), der in allen drei Batman-Filmen (Batman Begins (2005), The Dark Knight (2008), The Dark Knight Rises (2012)) von Christopher Nolan (*1970) den Batman gibt. 


Doch dieser zunächst so merkwürdig erscheinende Vergleich kommt auch noch in einer anderen Form zum Tragen. Batman ist bei Nolan eine Art Ninja, ein ehemaliger Angehöriger der Gesellschaft der Schatten, in der er zum perfekten Schattenkrieger ausgebildet wird. Die japanische Geschichte kennt die Ninja als die großen Gegenspieler der Samurai, deren größte Tugend der 'Bushi do' war, der Weg des Kriegers. Ihn ging der Samurai bis zuletzt, er ging ihn aufrecht und mit dem Schwert in der Hand, sei es nun bis zum Tod in der Schlacht oder durch rituellen Selbstmord. 


Rid…

Über das episches Volkstheater der Moderne - Interview mit Angelika Sieburg und Andreas Wellano

Das im Folgenden abgedruckte Interview entstand am Abend des 4. Dezember 2014 auf der Bühne des freien Theater in den Landungsbrücken in Frankfurt am Main (=> Homepage). direkt im Anschluss an die Premiere von „La storia della Tigre“ des LiteraturnobelpreisträgersDario Fo (*1926; => Homepage). Das Interview wurde zum Zweck der besseren Lesbarkeit sprachlich geglättet und eingerichtet. Den Originalwortlaut entnehmen Sie bitte dem Audiomitschnitt am Ende des Textes. Die Rezension zum Stück finden Sie hier.

Peter Wayand
Okay. Ersteinmal herzlichen Glückwunsch zur Premiere. Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass ihr mich eingeladen habt, bzw. dass du, Andreas, mich eingeladen hast. Ich bin gerne gekommen und ich muss sagen, ich habe es richtig genossen und zwar von der ersten bis zur letzten Minute. Meine erste Frage an euch beide: Warum Dario Fo (*1926)? Gibt es eine persönliche Beziehung zu dem Mann? Warum dieses Stück?
Angelika Sieburg
Danke. Ich glaube, dass musst du beantworten, …

„Eine wahre Zitzerei“ – Andreas Wellano in Dario Fo's „La storia della Tigre“

Ein Schauspieler, eine leere Bühne, kaum unterstützendes Bühnenlicht, keine Requisiten und ein abendfüllendes Theaterstück, kann das gutgehen? Es kann – und wie! So geschehen am Abend des 4. Dezembers 2014 im freien Theater in den Landungsbrücken in Frankfurt am Main (=> Homepage). Das, was Andreas Wellano (*1948; => Homepage) in Zusammenarbeit mit der Regisseurin Angelika Sieburg als Gastspiel des Wu Wei Theaters (vgl. Büro für freies Theater, Frankfurt) anbot, war ein ziemliches Wagnis, aber dennoch ein wohlüberlegtes. Die Premiere des Klassikers „La storia della Tigre“ (1977, dtsch: „Die Geschichte einer Tigerin“) des LiteraturnobelpreisträgersDario Fo (*1926; => Homepage), die Wellano das erste Mal Anfang der 1980er Jahre in Berlin von Fo selbst gespielt gesehen hatte, geriet – trotz leider sehr geringer Zuschauerzahl – zu einem vollen Erfolg, der den Ausnahmeschauspieler nach dem Schlussapplaus immer wieder auf die Bühne zurückholte.



Wenn es heißt, dass das Theater aus de…