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Es werden Posts vom Februar, 2016 angezeigt.

Von Psycholokalisationen und X-Men-Anleihen: OHRENKNEIFER präsentiert STUMMER WÄCHTER

Wenn ich heute an meine ersten tiefschürfenden Leseerfahrungen zurückdenke, dann fallen mir direkt die vielen bunten Comics ein, die ich als Kind regelrecht verschlang. Vor allem die Superhelden hatten es mir angetan und da machte ich keine Unterschiede zwischen MARVEL und DC, wie es heutzutage üblich ist. Ich mochte BATMAN genauso wie DIE SPINNE und DIE RÄCHER, die heute nur unter ihrem englischen Namen im deutschen Kino bekannt sind. Daneben las ich aber neben meinem eindeutigen Favoritenautor Karl May (1842-1912) auch viel Science-Fiction, insbesondere die deutsche Heftromanserie PERRY RHODAN.
Bei PERRY RHODAN (im Folgenden PR genannt) gab es eine besondere Art Menschen, die spezielle Geisteskräfte entwickelt hatten und Fähigkeiten besaßen, die damals wie heute von den sogenannten Parawissenschaften, allen voran der Parapsychologie, erforscht wurden und werden. Das heißt, sie konnten allein durch ihren bewussten Willen Gegenstände bewegen (Telekinese), Gedanken lesen (Telepathie), a…

Die »neverending story« des Fixers Eddie – Ethan und Joel Coens Filmgeschichtsbewältigung »Hail, Caesar!«

Edgar Joseph „Eddie“ Mannix (1891-1963), ein US-amerikanischer Filmproduzent und Filmstudio-Manager, war in den 1950er Jahren das, was man einen ›Fixer‹ nannte, also jemand, der jedes noch so delikate Problem lösen konnte. Dass das oftmals nicht mit rechten Dingen zuging und die Grenzen der Legalität bei weitem überschritt, ist ein nicht wegzudiskutierender Bestandteil der Filmgeschichte, der heutzutage mit einem Lächeln quittiert wird und eben nur noch zu einer Komödie taugt, denn ernsthaft will sich mit einer solchen Thematik nun wirklich keiner mehr auseinandersetzen.


»Hail, Caesar!« ist ein Film über einen Film, über Filme, über das Filmgeschäft, über das Hollywood der 1950er Jahre und über die Machenschaften, die hinter den Kulissen abliefen. Im Charakter einer Kurzgeschichte werden wichtige Momente im Leben von Mannix streiflichtartig rund um die Produktion eines Films über Jesus Christus aus der Sicht eines römischen Centurios dargestellt.


Mannix trägt während der gesamten Handlu…

Konfrontation mit den eigenen Dämonen - Rob Letterman's Kinderbuchadaption »Gänsehaut«

»Herr Wayand, kann ich auch das hier nehmen?« Der 12-jährige Schüler reicht mir ein kleines schmales Buch, das ein grün-blau-buntes Cover hat und auf dem in Grusellettern der Begriff »Gänsehaut« gedruckt ist. Ich schaue skeptisch auf das Büchlein. Besonders wertig scheint mit das ja nicht gerade zu sein. Für eine Buchvorstellung in der sechsten Klasse sollte schon eine andere Lektüre her. Ich will schon lapidar ablehnen, aber dann halte ich inne und überlege. Warum eigentlich nicht. Ich kenne das Buch zwar nicht, aber als mir dann erklärt wird, es sei eine sehr erfolgreiche Kinderbuchreihe, werde ich neugierig. Nicht neugierig genug, um selbst so ein Buch zu lesen, auch wenn ich das als Deutschlehrer vielleicht machen sollte, aber neugierig genug, um mir den gleichnamigen Film anzusehen, der nach diesen Büchern gedreht wurde.
Eine Literaturverfilmung zu sehen, ohne vorher das Buch gelesen zu haben, kann Glück und Pech bedeuten. Pech in dem Fall, wenn es ein wirklich hervorragendes Buch…

Zimmertheater in Minnies Miederwarenladen - Tarantinos Kammerspiel »The Hateful Eight«

»When I see murders, I do not stand by … I have to call a murder a murder, and I have to call the murderers the murderers.« Diese Aussage Quentin Tarantinos (*1963) bei einer von Black Lives Matter organisierten Demonstration im Oktober 2015 gegen überproportionale Polizeigewalt gegen Afroamerikaner in Amerika bescherte seinem neuen Film »The Hateful Eight« (2015) einen Boykottaufruf durch diverse Polizeigewerkschaften. Und das, obwohl er in diesem Film den einzigen Afroamerikaner als Mann zweifelhaften Rufs darstellt und ihm am Ende sogar die Genitalien wegschießen lässt. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Doch der Reihe nach.


Tarantino kehrt mit seinem achten Film - man beachte die feine Wortironie im Titel, der frei übersetzt soviel wie »Die hasserfüllten/hassvollen/hassenden Acht« bedeutet - noch einmal zu dem Genre zurück, zu dem er seit »Django Unchained« (2012) eine besondere Liebe zu hegen pflegt, dem Western. Aber ist dieser Film tatsächlich ein Western? Oder täuscht hier der …