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Es werden Posts vom März, 2016 angezeigt.

Surreale, alptraumartige Filmkunst – Zack Snyders »Batman v Superman: Dawn Of Justice«

Um es gleich vorwegzusagen, dieser Film ist Kunst. Aber wie bei jeder Art von Kunst kommt es auf drei Dinge an: Erstens den Sender, sprich: den Künstler, zweitens die Übertragung, also die Umsetzung, und drittens den Empfänger, den Betrachter, das Publikum. Weiterhin verhält es sich auch hier wie bei vielen Kunstwerken, sie werden entweder falsch oder gar nicht verstanden. Ihre Intention bleibt unklar, vor allem im Bereich des Abstrakten. So auch hier. 


War ich bereits mit einem unguten Gefühl ins Kino gekommen – mich hatten weder die bisherigen Trailer noch die Tatsache, dass die Helden meiner Kindheit sich gegeneinander wenden sollten, sonderlich überzeugt –, so verwirrten mich diese surrealen, alptraumartigen Bilder zunächst völlig und ich tappte über weite Strecken total orientierungslos in diesem grundsätzlich so negativen »DC-Extended-Universe« (es geht auch anders, man werfe nur einen Blick auf die aktuellen Serien »The Flash« (seit 2014) und »Supergirl« (seit 2015)), das sich s…

»Ein Tag ohne Tod« – Kevin Reynolds Bibelpastiche »Auferstanden«

»Am nächsten Tag gingen die Hohenpriester und die Pharisäer gemeinsam zu Pilatus; es war der Tag nach dem Rüsttag. Sie sagten: Herr, es fiel uns ein, daß dieser Betrüger, als er noch lebte, behauptet hat: Ich werde nach drei Tagen auferstehen. Gib also den Befehl, daß das Grab bis zum dritten Tag sicher bewacht wird. Sonst könnten seine Jünger kommen, ihn stehlen und dem Volk sagen: Er ist von den Toten auferstanden. Und dieser letzte Betrug wäre noch schlimmer als alles zuvor. Pilatus antwortete ihnen: Ihr sollt eine Wache haben. Geht und sichert das Grab, so gut ihr könnt. Darauf gingen sie, um das Grab zu sichern. Sie versiegelten den Eingang und ließen die Wache dort.« (Mt 27, 62-66)Die Karwoche. Die letzte Woche der Fastenzeit, die in der Passion Christi, in seinem Leiden und Sterben am Kreuz auf der Schädelhöhe vor Jerusalem, ihren gleichsam grausamen wie erlösenden Höhepunkt findet, ist gemeinhin die Zeit, in der wir im Fernsehen und im Kino immer wieder auf die unterschiedlich…

Nur eine Kerbe in der Mauer des Schweigens – Tom McCarthys SPOTLIGHT (2015)

»Cu è surdu, orbu e taci, campa cent’ anni ’mpaci«/ »Wer taub, blind und stumm ist, lebt hundert Jahre in Frieden.«  (Sizilianisches Sprichwort)
Investigativer Journalismus ist ein beinhartes Geschäft und durchaus nicht ungefährlich für diejenigen, die unangenehme Wahrheiten aufspüren, aufdecken und enthüllen. Die Darstellung dieser Arbeit im Film, vor allem dann, wenn es um tatsächliche, wahre Begebenheiten geht, ist immer ein schwieriges Unterfangen, für das Schauspieler, Regisseur und das komplette Filmteam sehr viel Fein-, Takt- und Fingerspitzengefühl benötigen, wenn sie es nicht vermasseln wollen.
Noch komplizierter wird es, wenn es nicht unbedingt um ein politisches, sondern um ein religiöses Problem geht, das die äußerst empfindliche Intimsphäre des Menschen angeht. In diesem Fall geht es um die Aufdeckung eines Massenmissbrauchsskandals an Kindern durch katholische Geistliche in Boston. Ein Reizthema, ganz ohne Frage. Aber eben auch ein Thema, dem man sich als religiöser, theolog…

Von der Einsamkeit der Fiktion in der Realität – Bill Condons »Mr. Holmes« (2015)

»I fear that Mr. Sherlock Holmes may become like one of those popular tenors who, having outlived their time, are still tempted to make repeated farewell bows to their indulgent audiences. This must cease and he must go the way of flesh, material or imaginary. One likes to think that there is some fantastic limbo for the children of imagination, some strange, impossible place where the beaux of Fielding may still make love to the belles of Richardson, where Scott’s heroes still may strut, Dickens’s delightful Cockneys still raise a laugh, and Thackeray’s worldlings continue to carry on their reprehensible careers. Perhaps in some humble corner of such a Valhalla, Sherlock and his Watson may for a time find a place, ...« Mit diesen hoffnungsfrohen, im Stillen aber doch wohl mit einem Augenzwinkern niedergeschriebenen Worten verabschiedet sich Sir Arthur Conan Doyle (1859-1930) 1927, drei Jahre vor seinem Tod, im Vorwort von »The Case-Book of Sherlock Holmes« von seiner Schöpfung, dem a…