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Es werden Posts vom September, 2016 angezeigt.

Westerndämmerung – Antoine Fuquas »Die glorreichen Sieben«

Wieder mal ein Remake! Wieder mal eine Neuinterpretation! Wieder mal der Versuch, ein klassisches Meisterwerk in die aktuelle Gegenwart zu tragen! Ich habe mich ja bereits an anderer Stelle über die Unfähigkeit des aktuellen Hollywood-Kinos ausgelassen, neue erregende Stoffe zu finden, zu schreiben und zu verfilmen. Deshalb muss ich darauf hier nun nicht mehr eingehen. Aber wie das mit Durststrecken nun mal so ist, man muss sie durchstehen und, um wenigstens die Speichelproduktion anzuregen, am besten Kieselsteine lutschen.


Diesmal also ein Westernklassiker, der auf ein einen japanischen Samurai-Film zurückgeht. Wir erinnern uns: 1954 bringt der japanische Meisterregisseur Akiro Kurosawa (1910-1998) den Historienfilm »Die sieben Samurai (Shichinin no samurai)« in die Kinos und landet einen umjubelten Welterfolg. Kritiker feiern ihn und der Film wird zu einem der einflussreichsten und bekanntesten japanischen Filme. Sechs Jahre später, 1960, macht der US-amerikanische Regisseur und Prod…

Vom Mythos zum Logos – Karl May in den 60er Jahren – Tag 3 »des Symposiums für Karl May«

»Öffnung! Öffnung! Öffnung! Sowohl nach innen als auch nach außen!« So kann man die Botschaft in Schlagworten formulieren, die von diesem letzten Tag des Bonner Karl-May-Symposiums ausgeht und die sich im Rahmen der Beiträge des zweiten Tags schon angedeutet hat. Die Karl-May-Gesellschaft e. V. muss sich aufgrund der zunehmend geringer werdenden Massenwirkung ihres verehrten Autors, was kein ernstzunehmender May-Forscher mehr wirklich bestreitet, breitenwirksamer aufstellen. Sie muss quasi den Muff unter den Talaren der Wissenschaftlichkeit vertreiben, ohne gerade auf diese hervorstechende Eigenschaft ihrer selbst zu verzichten. Sie muss, genau wie Helmut Schmiedt den Paradigmenwechsel für die Germanistik in den 60er Jahren beschrieben hat, selbst einen gewissen Paradigmenwechsel innerhalb ihrer eigenen heiligen Hallen vollziehen, um für die Zukunft gewappnet zu sein.


Ein erster Schritt, eine erste Weichenstellung sozusagen, ist wohl die Öffnung nach innen, will heißen, dass man im Rah…

Von Winnetou bis Che Guevara – Karl May in den 60er Jahren – Tag 2 »des Symposiums für Karl May«

»Der Ristau hat gerade mein Leben erzählt! Cool!« Der Besucher ist begeistert. Er strahlt über das ganze Gesicht. Und so wie ihm geht es vielen nach diesem ersten Vortrag am zweiten Tag des Symposiums »Karl May in den 60er Jahren« im Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn. Malte Ristau aus Berlin, der ja auch einer der Initiatoren des Symposiums ist, hat soeben in seinem Vortrag »Der kurze Weg nach Westen. Das neue Deutschland und die Generation Karl May« das Lebensgefühl einer ganzen Generation – eben der Generation Karl May – beschrieben und in warmen, schwärmerischen Worten ins Bewusstsein zurückgeholt. Viele Besucher erinnern sich, identifizieren sich. Feststellungen wie »Man kann eher Adenauer mit Karl May vergleichen als Adenauer mit Brandt« oder »Karl May war auf der richtigen Seite – gegen die Yankees« charakterisieren ebenso die 60er Jahre wie Hinweise auf eine sich verlagernde Popkultur: »Alte und neue Traumwelten vermischen sich«, »der Weltraum verdrängt…