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Es werden Posts vom Oktober, 2016 angezeigt.

Zur Wiederentdeckung eines alten Begriffs – »Jenseits der Ironie. Dialoge der Barmherzigkeit«

Barmherzigkeit. Nicht nur ein Wort, ein Begriff, vielmehr eine Lebenshaltung, ein Wert, eine Tugend, die eingeübt werden will. Begreift man Barmherzigkeit etymologisch, so steckt das mittelhochdeutsche »Erbarmen« darin, also das »Ergriffen sein bis zum Herz«. Barmherzigkeit ist aber auch ein Indikator für die Asymmetrie des Seins, die sich darin ausdrückt, dass es Menschen gibt, die Mittel besitzen und andere, die nichts haben. Der Barmherzige muss sich aber auch in Demut üben, denn sonst verführt ihn Barmherzigkeit zu Stolz. Jenes »Samariterdilemma« zeigt aber wiederum auch die alltägliche Seite der Barmherzigkeit auf: das Mitgefühl. Dadurch entsteht ein Spannungsfeld, dass die Zivilgesellschaft auffordert, sich viel stärker in die Gesamtgesellschaft einzubringen, die ja durch und durch eine Leistungsgesellschaft ist, deren Grundlage der Individualismus bildet. Der »Gutmensch« wird ironisch verändert, vor allem aber durch Vertreter einer »professionellen« Barmherzigkeit wie die Carit…