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Es werden Posts vom November, 2016 angezeigt.

Prohibitionistischer Alptraum im Schlafrock – David Yates’ »Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind«

Ich kann beim besten Willen nicht sagen, mit welchen Erwartungen ich bei diesem Film ins Kino gegangen bin, allerdings war der erste Eindruck, der sich mir relativ früh regelrecht aufdrängte, und der sich auch bis zum Ende hindurchzog, der, dass David Yates (*1963) hier definitiv keinen Kinderfilm geschaffen hat, auch wenn viele der dargestellten Szenen und phantastischen Figuren auf den ersten Blick genau das sein zu wollen scheinen.


Ein wenig skeptisch war ich schon, immerhin hatte ich mit dem Harry-Potter-Universum (1997-2007, 2016) nach sieben Bänden, einem Bühnenstück und acht Filmen (2001-2010) bereits abgeschlossen, als diese Produktion angekündigt wurde. Aber da Joanne K. Rowling (*1965), um die es zugegebenermaßen in den letzten Jahren etwas ruhiger geworden war, selbst das Drehbuch schrieb, war ich doch mehr als neugierig, wie sie dieses eigentlich schmale 64-seitige Bändchen unter dem Titel »Phantastische Tierwesen & wo sie zu finden sind«, was die literarische Vorlage b…

Von der Meisterschaft, phantastische Welten zu bauen – Bernhard Hennen las in Hilgert/Ww

Wenn es darum geht, das reale Leben in eine faszinierende phantastische Welt umzubauen, so ist Bernhard Hennen (*1966; => Homepage) wohl einer der unangefochtenen Meister. Seit über zehn Jahren gebirt die gewaltige Vorstellungskraft des von Wolfgang Hohlbein (*1953; => Homepage) entdeckten, initiierten und geförderten Rheinländers aus Krefeld schrecklich schöne Traumräume und Andersorte, in denen es von Drachen, Elfen und Zwergen nur so wimmelt; Drachen, Elfen und Zwerge allerdings, die – ganz anders als bei Tolkien zum Beispiel, der einem sofort bei diesen mythologischen Wesen einfällt – hinter ihrer äußeren Fassade allzumenschliche Charaktere erkennen lassen.

Seine Bücher sind trotz ihres beachtlichen Umfangs von durchschnittlich 800 bis 900 Seiten Bestseller, sein Ruf in der literarischen Gattung Fantasy, die er bedient, unangefochten. Seine Leser schätzen seine Akribie und Detailversessenheit und lieben seinen Hang zum Erzählen aus den unterschiedlichsten Perspektiven. 

Seine …

Multiversale Rekonvaleszenz oder »Der Tod gibt dem Leben Bedeutung« – Scott Derricksons »Doctor Strange«

Was ist Zeit? – Hat sie ein ihr eigenes Wesen? – Kann es etwas »jenseits der Zeit« geben? – Eine Existenz? – Ein Sein? – Eine Dimension? – Mehrere Dimensionen? – Ein Universum? – Ein Multiversum? – Das sind nicht nur sehr spannende Fragen, die in der Philosophie und der Theologie schon seit der Antike gestellt werden, sondern es sind auch sehr moderne, zeitgemäße Fragen, die sich wunderbar in die von dem Physiker Hugh Everett III. (1930-1982) im Jahr 1957 im Rahmen der Quantenmechanik initiierte Multiversum-Theorie (Viele-Welten-Interpretation) einfügen lassen und dort sogar Antwortmöglichkeiten erfahren.
Die Unterhaltungsindustrie, die heutzutage nicht mehr nur auf der klassischen Literatur und ihren Genres basiert, sondern eben oft auch auf den Comics dieser Zeit, transportiert die Ideen und Weltanschauungstheorien nun zeitversetzt in die aktuelle Gegenwart, die vorher im Rahmen der Science-Fiction und der Phantastik weiterentwickelt, konkretisiert und eben auch erst einmal thematisi…